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Kann man Katzen erziehen?

Einer Katze nach Art der Hundeerziehung Manieren beizubringen ist unsinnig und zwecklos. Anders als das Rudeltier Hund kennt die Katze keinen „Leitwolf“ und folglich keine Unterordnung, ihr deshalb Unerziehbarkeit nachzusagen, ist auch wieder falsch, man muss es nur richtig anfangen.

Mit zu großer Nachgiebigkeit kann man allerdings selten etwas erreichen, aber auch Schelte und Schläge sind kein Mittel. Die Zuneigung der Samtpfote zum Menschen würde sehr bald leiden und sie wird scheu und ängstlich. Natürlich ist es in einer Wohnung nicht immer möglich, seinen Liebling von jeder Gefahr fernzuhalten. Einer spielenden Katze, die dabei ist, sich in ein Stromkabel zu verbeißen oder die an einem Christbaum hochspringt muss man sehr schnell beibringen, dass dies kein Spaß, sondern bitterer Ernst ist. Die Katze ist im Allgemeinen nicht so dumm, dass sie nicht begreift, weswegen sie gerügt wird. Das muss auf frischer Tat erfolgen! Es muss aber eine Ausnahme sein. Im Großen und Ganzen erreicht man aber auch mit einem scharfen „Nein“, „Runter“ oder „Au“ am meisten. Genügt ein strenges Wort nicht, hilft ein leichter Klaps mit zwei Fingern auf das Näschen. Ähnliches hat das Kätzchen bei seiner Mutter erlebt, deshalb kann es diese Sprache leicht verstehen. Bei hartnäckigem Ungehorsam kann man zur Spritzpistole oder wenn es gar nicht anders geht, zum Katzen-Fernhaltespray (bitte damit niemals die Katze ansprühen!) greifen.
Katzen lernen sehr schnell auf ihren Namen zu hören und verbinden diesen dann mit etwas positiven. Stellen sie jedoch etwas Verbotenes an, sollte man den Schurken besser nicht bei dessen Namen rufen. Da ist ein scharfer Befehl geeigneter, denn das verbindet sie eher mit der Untat als mit der „Person“ der Katze.

So kann man sagen, Katzen lernen aus eigenen Erfahrungen. Womit sie gute Erfahrungen machen, trachten sie diese zu wiederholen. Schlechte Erfahrungen lassen sie etwas vermeiden und das kann bei einer Strafe durchaus der Mensch sein. Der ist dann nicht mehr der gute Freund sondern ein schmerzerregender Feind. Strafen Sie also eine Katze nie mit Schlägen oder Schütteln sondern am besten mit Nichtbeachtung. Auch das leider immer noch praktizierte „Nase in die Pfütze oder das Häufchen tunken“ bewirkt höchstens, dass Ihre Katze Sie flieht, wenn Sie sich nähern, nicht aber dass sie stubenrein wird.

Auch bei Katzen werden Tyrannen nicht geboren, sondern sind immer „hausgemacht“. Gut zu wissen, aber hilfreich ist das nicht. Was soll man tun, wenn sie wütend miaut, wenn sie einmal ihren Willen nicht bekommt, sich penetrant um die menschlichen Beine schlingt oder den Bürotisch belagert? Ignorieren ist eine Chance eine tyrannische Mieze wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Sie können aber auch mit viel Humor akzeptieren, dass das Oberhaupt der Familie vier leise Pfoten hat.

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Helga Pinnau