Newsletter - Kinder und Katzen

 

Kinder und Katzen...

lassen sich ganz wunderbar miteinander in Einklang bringen, wenn die Eltern einige Dinge beachten. Katzen sind fast immer eine bessere Wahl als Kleintiere, denn sie können sich bei Bedarf auch dem Kind entziehen oder sich zur Wehr setzen. Das ist gut so, denn so lernen sie, die Bedürfnisse von Tieren ernst zu nehmen. Nicht zu empfehlen ist es, wenn Sie für kleine Kinder ein junges Kätzchen anschaffen wollen. Sie müssen gewährleisten, dass Sie dem jüngsten Kind den Umgang mit einer Babykatze erklären können. Das sollte so im Alter von vier Jahren der Fall sein und nachfolgende Regeln können dann auch beherzigt werden.
 
  • Nie an Schwanz, Beinen und Ohren ziehen und nie ins Gesicht greifen
  • Lautes Geschrei und hektische Gesten vermeiden
  • Nicht gegen den Fellstrich streicheln
  • Weder lärmend hinter ihr herlaufen, noch mit Spielsachen nach ihr werfen
  • Hochheben der Katze ist für kleine Kinder tabu, denn es birgt für beide Verletzungsgefahr
  • bei körpernahen Spielen mit dem Gesicht außerhalb der Reichweite von Pfoten und Krallen bleiben
  • Die Katze niemals zum Spielen auffordern, während sie schläft oder frisst.

Diese Verhaltensweise Kleinkindern beizubringen, dürfte nicht so einfach, wenn nicht unmöglich sein. Wie soll das Kind verstehen, dass es die kleine Katze verletzen kann, wenn sie vor lauter Liebe zu fest gedrückt wird? Warum läuft sie weg, wenn man unbedingt mit ihr spielen will? Und warum kratzt sie, wenn man sie doch nur „liebhaben“ will? Spiele in der sie durch die Wohnung gejagt wird, versteht sie nicht als Spiel. Sie flüchtet, verkriecht sich und fühlt sich bedroht. Sie wird verängstigt, unsicher, scheu und evtl. auch aggressiv und das kann sie für ihr ganzes Leben bleiben. Durch so ein scheuchen und jagen werden Tiere aus einer Gemeinschaft in der Freiheit ausgestossen und das kann sie für ihr Leben prägen! Deshalb sollte ein Kätzchen frühestens im Alter von sechs besser neun Monaten in eine Familie mit Kleinkindern vermittelt werden. Ein Kind findet es lustig, hinter der Mieze her zu laufen und sie zu jagen. Für die ist es das Signal, dass sie in dieser Gemeinschaft nicht erwünscht ist. Für Freilaufkatzen ist das oft der Grund, dass sie sich ein anderes Umfeld suchen. Nicht immer finden sie dann ein neues Zuhause, werden verjagt und enden als Streuner, wenn sie Glück haben, kommen sie als Fundtier in ein Tierheim.

Aber auch schon kleinere Kinder können sehr wohl lernen, wie man sich Tieren gegenüber verhält. So ist es traurig, wenn Eltern eine Grobheit oder Misshandlung eines Haustieres durch ihr Kind kommentieren oder zu entschuldigen versuchen: „Er/sie ist ja noch so klein“ – „Das weiß er/sie halt noch nicht“ oder ganz schlimm „Kinder sind halt so“. Auch ein Kind kann lernen, dass man nicht nach einer Katze haut, sie am Schwanz zieht oder ähnliches!

Bei größeren Kindern kommen dann die nächsten Konflikte: „Wer kümmert sich um das Katzenklo und wer füttert?“. Erwarten Sie hier nicht zu viel von Ihren Kindern. Geben Sie andererseits aber auch nicht zu früh auf. Je nach Alter sollten Kinder durchaus in der Lage sein, regelmäßige Aufgaben bei der Versorgung der Katze zu übernehmen. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Kinder mit Haustieren ein besseres Sozialverhalten an den Tag legen, weniger gewaltbereit sind, sowie beliebter und kontaktfreudiger als ihre haustierlosen Altersgenossen. Wenn das kein Grund ist, sich ein Haustier anzuschaffen. Aber bitte: kein kleines Katzenkind für ein kleines Menschenkind!

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Helga Pinnau