Newsletter - Neues Zuhause

Wer eine Katze hat,
braucht das Alleinsein nicht zu fürchten

Daniel Defoe


Liebe Katzenfreunde,
der Herbst ist da und es wird immer kälter. Die Frühjahrskätzchen sind noch nicht vermittelt und schon werden wieder viele, unerwünschte Katzenkinder geboren. Wohin mit den vielen Babys? Zusätzlich werden auch immer mehr ältere Samtpfoten ausgesetzt oder abgegeben. Die Katzenhilfe Stuttgart eV tut alles Menschenmögliche, aber die Pflegestellen sind knapp. Deshalb die Frage und Bitte an Sie, liebe Katzenfreunde, haben Sie Platz und Lust einige unserer Samtpfoten bis zur Vermittlung in Pflege zu nehmen? Die anfallenden Kosten übernimmt selbstverständlich die Katzenhilfe. Vielleicht haben Sie sich auch Gedanken gemacht, zu Ihrer Einzelkatze einer zweiten Katze ein Zuhause zu geben, haben aber Bedenken, dass das nicht klappt? Einen Versuch ist es bestimmt wert, denn die Mieze ist dann nicht mehr allein und die meisten finden das richtig gut. Allerdings geht das nicht immer von heute auf morgen, man sollte deshalb viel Geduld haben. Optimal ist auch ein ruhiger Haushalt. Wenn das Eis aber gebrochen ist, haben Sie doppelte Freude an den vierbeinigen Mitbewohnern.

Im Newsletter "Die Zweitkatze" haben wir Ihnen schon Tipps gegeben, was man tun kann, wenn eine neue Katze bei Ihnen einzieht.

Schön wäre es, wenn Sie uns im Gästebuch über Ihre Erfahrungen bei der Integration einer neuen Katze berichten könnten.

So wie zum Beispiel:


Bambili

Ich fand im März 2010 Bambi, ein extrem scheues Kätzchen als Notfall auf der Homepage. Sie war so klein mit ihren neun Monaten und so süß mit dem schwarzen Punkt auf dem Näschen. Mein Verstand sagte mir: du hast zwei und drei soll keine gute Zahl sein, wenn sie aber in drei Tagen noch da ist, dann versuche ich es…sie war noch da! Pflegemutter Sonja Stäb brachte mir die kleine Mieze. Die Transportbox war offen und Bambi verschwand und ward nicht mehr gesehen. Also hieß es Ruhe bewahren und viel Geduld haben. Meine beiden anderen Notfälle Chrissy, mit 18 Monaten 2004 und Kalli mit 9 Jahren 2006 bei mir eingezogen, hatten anscheinend gegen die „Neue“ nichts einzuwenden, die sich allerdings auch versteckte, wo die „Großen“ nicht hinkamen. Das zierliche Kätzchen blieb verschwunden, allerdings merkte ich – zum Glück – dass das Kistchen benutzt und das Futter verputzt war. Nachts kam sie unter dem Schrank hervor und spielte vor sich hin und erkundete langsam die Wohnung. Wenn ich nicht zu Hause war, wurde sie am Fenster gesichtet. Als es ihr nach neun Wochen zu beschwerlich wurde in ihr Versteck zu kommen – sie hatte ganz schön zugenommen – beschloss sie mit uns zu leben. Plötzlich erschien sie im Wohnzimmer und blieb sogar über Nacht dort.

Bambili hat den von der Katzenhilfe gesuchten Platz gefunden „Die zierliche, junge Bambi sucht katzenerfahrene Dosenöffner. Idealerweise sollte im neuen Zuhause schon eine zahme Katze wohnen, von der Bambi lernen kann, wie schön es ist von menschlicher Hand gestreichelt zu werden. Mit Geduld und Liebe wird sie bald auftauen und auch auf ihre Menschen zugehen. Mit anderen Katzen versteht sich Bambi prima“.

Es hat genau gepasst! Tatsächlich hat sie von den beiden Katzen abgeschaut, dass von mir keine Gefahr ausgeht. Zugegeben, es hat mehr als ein Jahr gedauert, bis sie mal auf den Schoß kam! Was mich aber besonders gefreut hat, Chrissy meine „Panikkatze“ ist viel lockerer geworden! Sicher wird sie nie auf meinem Schoß Platz nehmen, aber sie redet jetzt viel mit mir, gibt Köpfchen und beide Mädels putzen sich sogar hin und wieder gegenseitig. Sie hat von Bambili gelernt! Das hätte ich natürlich nie gedacht. Ich liebe meine drei Notfelle, ich freue mich über jeden kleinen Fortschritt.

Über Kalli, den Freigänger der einfach zurückgelassen wurde, als seine Familie weg zog. Er entwickelte sich vom Rambo zum Schmusekater, der mit dem Balkon mit Netz und Katzentürchen zufrieden ist. Über Chrissy, das Mutterle, die als Wohnungskatze aufgewachsen ist, nicht kastriert war und ausgesetzt wurde, als sie mit sieben Monaten ihre Babys bekam. Kein Wunder, dass sie immer noch Angst hat, wenn man sie auf den Arm nehmen will.

Sicher war es gut, dass es bei mir extrem ruhig ist und dass von Anfang an alle Türen offen waren und sich die Samtpfoten auch ohne mich kennen lernen konnten und notfalls Rückzugsgebiete hatten.

Und wie war es bei Ihnen, liebe Katzenfreunde. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht?

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Helga Pinnau