Newsletter - Auf einmal war sie da!
Während die künftigen Erstbesitzer von Hund, Nager oder anderen Heimtieren die Anschaffung meist ganz gezielt planen, ist es bei der Mehrzahl (angeblich 80 %) der Katzenbesitzer der Zufall, der den Mitbewohner bringt. Verwandte, Bekannte oder Nachbarn, bei denen Katzenbabies angekommen sind, oder der Urlaubsort, wo eine streunende Katze um Futter bettelt. Der Findling, der Mitleid erregt, bringt Mensch und Katze zusammen.
Die Findigkeit mancher Katzen, die ausgesetzt, wegen eines Todesfalls oder Umzugs plötzlich herrenlos wurden, sich selbst neue Besitzer zu suchen, ist erstaunlich. Weil sie bis jetzt mit Menschen nur gute Erfahrungen gemacht haben, scheuen solche Tiere keine Hausbesuche, sie nisten sich – oft zum Ärger der bereits anwesenden Katzen – da ein, wo es ihnen gefällt. Sie kommen über Dächer, durch Keller, über den Balkon oder durch geöffnete Fenster und bleiben – wenn es ihnen erlaubt wird – einfach da. Nach Umfragen unter Katzenhaltern ist einer von zehn durch so eine Wohnungssuchende zu seinem Stubentiger gekommen. Auf einmal war sie da, blieb und wurde schließlich akzeptiert und geliebt, auch wenn man eigentlich keine Katze haben wollte. Sie versteht es, sich langsam in den Mittelpunkt zu rücken und zum Gesprächsthema Nummer eins zu werden. Spätestens nach fünf Jahren empfinden 80 % der Katzenbesitzer ihre Samtpfote als Familienmitglied mit allen Konsequenzen. Wenn die Katze krank ist, sorgen sich ihre Halter wie um einen Menschen: Sie kommen ins Grübeln, wenn die Mieze Missbehagen zeigt, erfüllen Sonderwünsche und trauern, wenn sie stirbt.
Auch Werks- und Bürokatzen, die eigentlich niemanden oder besser allen gehören, gibt es gar nicht so selten. Sie kommen meistens von selbst, suchen ein warmes Plätzchen für die kalten Tage oder eine gefüllte Futterschale und bleiben. Oft finden sich dann in der Belegschaft Katzenfreunde, die die tierärztliche Betreuung und Kastration übernehmen und für Urlaubsvertretung sorgen. Sicher wurden die Samtpfoten zunächst nur geduldet, weil sie Mäuse und Ratten in Schach halten, aber mit ihrem Charme und den dezenten Annäherungsversuchen gelingt es ihnen schnell, Fans zu finden.
Nicht selten gibt es aber auch Katzen, die „fremdgehen“. Sie brechen in andere Wohnungen oder Häuser ein, legen sich dort ungeniert in die Betten oder leeren gefüllte Futterschalen, wenn im Haus noch Hund oder Katze leben. Die meisten dieser Katzen haben ein festes Zuhause und kommen tatsächlich nur zu Besuch, was nicht alle Gastgeber freut. Um herauszufinden, ob eine Katze ein Zuhause hat, können Sie ihr ein Gummihalsband mit einer Nachricht umhängen und darauf Ihre Telefonnummer angeben. Meistens melden sich dann die Besitzer.
Wussten Sie, dass Sir Isaac Newton, eines der großen englischen Genies, der privat und beruflich keinem Streit aus dem Weg ging und sich nach einem Nervenzusammenbruch jahrelang der Öffentlichkeit entzog, Katzen als die einzigen Wesen akzeptierte und rund um die Uhr um sich duldete. Für sie wurde der Physiker zum Konstrukteur: er erfand die Katzenklappe.
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