Newsletter - Oldie-Katzen
Biologisch zählten Katzen früher schon ab dem siebten Geburtstag zum "alten Eisen". Inzwischen haben liebevolle Pflege, richtige Ernährung und medizinischer Fortschritt eine deutliche Änderung bewirkt. Statt der durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 10 Jahren (in den 50ern) erreichen Katzen in menschlicher Obhut gelegentlich das doppelte Alter, ohne zu vergreisen. Die richtige Ernährung hat einen entscheidenden Anteil an diesem Fortschritt. Mit der heute angebotenen Spezialkost ist es möglich, den geringeren Kalorienbedarf älterer Tiere zu berücksichtigen.Große Sprünge belasten die Gelenke älterer Katzen, die trotz eingeschränkter Beweglichkeit meist nicht auf ihre gewohnten Lieblings-Aussichtsplätze, auf den vertrauten Ein- und Ausstieg über Fenster oder Balkon verzichten wollen. Schräge, bezogene Bretter oder kleine Leitern mit geschlossenen Sprossen helfen ihnen, Höhenunterschiede ohne Gewaltakte zu überwinden - nach oben und unten. Oldies können auch nicht mehr mühelos steil nach oben klettern, deshalb sollten die Aufstiegshilfen sanft nach oben und unten führen. Da Katzen nicht zur Osteoporose neigen, bleibt ihr Skelett meistens auch im zweiten Lebensjahrzehnt noch hochelastisch. In den Gelenken können sich allerdings Abnützungserscheinungen zeigen, was sich nach Schlafphasen beim Aufstehen und Strecken bemerkbar macht. Elastisch-harte Schlafplätze, die sich dem Körper anpassen, schonen die Gelenke (z.B. Schlafmulde am Kratzbaum möglichst ganz oben).
Im zunehmenden Alter ermüdet das Immunsystem. Krankheitserreger haben es leichter, den Körper zusätzlich zu schwächen. Es kann auch zu altersbedingten Allergien kommen, die Sie vorher nie bemerkt haben. Bei manchen Katzen machen sich im hohen Alter noch einmal frühere schwere Erkrankungen bemerkbar. Wenn Ihre Katze öfter von Wehwehchen geplagt wird, sollten Sie sie zweimal jährlich vom Tierarzt durchchecken lassen. Bitte denken Sie daran, dass auch alte Katzen unbedingt die Wiederholungsimpfungen brauchen.
Bis etwa zu ihrem zehnten Geburtstag sind Katzen kaum hitze- bzw. kälteanfällig. Der Körper gleicht Temperaturunterschiede durch Zusammenziehen oder Dehnen der Haut sekundenschnell aus. Bei älteren Tieren funktioniert dieser Wärmeausgleich nicht mehr so gut, das Fell ist auch lichter, die Haut nicht mehr so elastisch. Deshalb suchen unsere Alterchen warme Plätze. Besonders beliebt ist die Fensterbank über der Heizung. So sinken auch die Aktivitätszeiten immer mehr und sie verbringt den größten Teil des Tages mit Dösen und Schlummern. Bis zu 20 Stunden genießt sie dann ihre Ruhe. Wichtig ist, dass Sie ihr viele, leicht zugängliche, warme, trockene und zugluftfreie Plätze anbieten, an denen sie wenig Lärm oder Stress ausgesetzt ist.
Katzen, die in der Jugend keine Pflege genossen haben, müssen es im Alter büßen. Meistens sind es die Zähne, die - sofern noch vorhanden - durch Zahnstein und Zahnfleischentzündungen schmerzen, gelockert sind oder ausfallen. Lassen Sie deshalb das Gebiss Ihrer alten Katze einmal jährlich vom Tierarzt untersuchen und notfalls die Zähne ziehen, bevor sie zu weiteren Erkrankungen führen. Ein erstes Anzeichen für Zahnschmerzen ist Schonen des Gebisses. Die Katze hat eigentlich Hunger oder Appetit, stellt dann aber nach wenigen Happen das Fressen ein oder trinkt nur noch.
Übrigens wächst auch im zunehmenden Alter die Bindung der Katze an ihren Menschen. Spiel- und Jagdlust sinken, Streichel- und Schmusestunden nehmen zu, auch der Körperkontakt wird häufiger gesucht. Ebenso wächst das Gefühl für Stimmungen, auch Zwiegespräche werden häufiger geführt.
Beitrag als PDF zum Download
Helga Pinnau









